zusammengestellt

von Dr. Robert Hatzl

(1. Dan, Trainer HSV Wr. Neustadt)
 


 

Die historische Entwicklung

 

 

Judo Entwicklung vom Ju-Jitsu zum Ju-Do:

 

Der heute unter dem einfachen Namen Judo bekannte Sport sollte richtigerweise eigentlich Kodokan-Judo genannt werden. Kodokan-Judo basiert auf dem traditionellen Ju-Jitsu (oder Ju-Jutsu) des alten Japans. Die früheren Techniken wurden dabei verfeinert, systematisiert und zu einem Ideal verschweißt. Kodokan-Judo hat dabei aber «Jitsu» (Kunst oder Technik) auch zum «Do» (Weg oder Prinzip) erhoben.

 

Was heißt das nun und was war Ju-Jitsu als Vorläufer des Judo? Um diese Frage zu beantworten, müssen wir einen kurzen Blick auf die japanische Geschichte werfen:

 

Als mit dem Ende der Heian-Zeit (794-1185) eine Periode des Blutvergießens und nahezu ununterbrochener Kriege anbrach, begann der Aufstieg der Samurais. Dieser hierarchisch gestufte Kriegeradel lief dem früheren Hofadel zunehmend den Rang ab. Die Samurai waren dabei durch einen unbeugsamen, ethischen Ehrenkodex (Bushido = "Weg des Kriegers") auf Gedeih und Verderb an ihre Herren gebunden. Sie entwickelten streng ritualisierte Kriegskünste (Bu-Jutsu), mit zahlreichen bewaffneten oder waffenlosen und oft geheimen Kampftechniken. Ken-Jutsu oder To-Jutsu (Schwertkunst), Kyu-Jutsu (Bogenschiessen), Kumiuchi (Nahkampf) usw. gelangten zu großer Bedeutung.

 

Verschiedene Umstände führten nun zum Aufstieg und zur Entwicklung von Ju-Jitsu:

 

 Offenbar hatte es seinen Ursprung im « Kumi-uchi» (Nahkampf) auf dem Schlachtfeld, wobei die dort entwickelten Techniken zu einem System zusammengefasst wurden.

 

 Es entstand eine spezielle Kampfart ohne Waffen, wenn Krieger und Samurai keine Schwerter zur Hand hatten, oder wenn sie ihre Gegner überwältigen wollten, ohne sie ernsthaft zu verletzen oder sie zu töten. Bestand diese Notwendigkeit, so kamen Stöße, Tritte, Würfe und Gelenkhebel zur Anwendung, die studiert und weiterentwickelt wurden.

 

 Mehrere Jahrhunderte lang war es dem Volk streng untersagt, irgendwelche Waffen zu tragen. Um sich aber gegebenenfalls doch verteidigen zu können, lernte auch das "gewöhnliche" Volk sich mit bloßen Händen zu wehren.

 

Ju-Jitsu war am Anfang unter gut einem Dutzend verschiedener Namen bekannt, wie z. B. "Yawara", "Tai-Jutsu", "Wa-Jutsu", "Torite", "Kogusoku", "Kempo", "Yoroi Kumi-uchi", usw. Es gab verschiedene Schulen (Ryu), die sich durch ihre besonderen Eigenheiten voneinander unterschieden. Allgemein darf aber Ju-Jitsu als eine "Kunst von Angriff und Verteidigung ohne oder gelegentlich mit Waffen, gegen Gegner mit oder ohne Waffen" bezeichnet werden.

 

Als eine der ältesten Ju-Jitsu-Schulen überhaupt wird die Take-no-uchi Ryu genannt, welche um 1532 in einem kleinen Bergdorf in der Provinz Okayama gegründet wurde.

 

Es liegt in der Natur der Sache, dass die verschiedenen Kriegskünste nach dem Namen der verwendeten Waffen oder den Methoden, wie sie gebraucht wurden, ihre Bezeichnung erhielten. Die einzige Ausnahme bildet Ju-Jitsu, dessen Name vom Prinzip seiner Technik herrührt und ja nicht eine eigentliche Technik selbst bezeichnet. Das heißt, die Ju-Jitsu-Schulen wählten das Wort "JU" (sanft, geschmeidig) für die Bezeichnung ihrer Kunst, weil sie damit betonen wollten, dass alle gute Technik auf dem Prinzip "Das Sanfte beherrscht das Starke" basiert. Das Zeichen "JU" (oder "Yawara") hat eine ganze Anzahl von Bedeutungen. Es kann heißen: sanft, weich, mild, geschmeidig; es kann aber auch als fügsam, unterwürfig oder harmonisch ausgelegt werden.

 

Ju-Jitsu meint demnach eine Gruppe von Kampftechniken, welche zusammengefasst, als "sanfte Kunst", bezeichnet werden kann da JU das Gegenteil von "hart" (Kampfkunst mit Waffen) bedeutet. Den Höhepunkt erlebte Ju-Jitsu gegen Ende des 18. Jahrhunderts, als es während de Tokugawa-Zeit mehrere hundert verschiedene Schulen (oder Systeme) gab und viele ihrer Lehrer berühmt wurden. Die Lehren und Geheimnisse dieser Meiste kreisten dabei alle um das Prinzip von "Nachgeben ist Stärke" und trachteten nach dem hohen Ideal des BUDO (oder Bushido), dem Weg des Kriegers. Grundsätze, welche teilweise auch heute noch genau dem Geist des Kodokan-Judo entsprechen.

 

 

Die Gründung und Entwicklung des Kodokan:

 

Am 28. Oktober 1860 wurde, als dritter Sohn von Kano Jirosaku Mareshiba, KANO JIGORO in Mikage (in der Nähe von Kobe) in der Provinz Hyogo geboren.

 

Mit seiner Familie zog er 1871 nach Tokyo. Es war eine Zeit, da Japan einer ganzen Serie politischer und kultureller Veränderungen unterworfen war. Das Tokugawa-Shogunat war zusammengebrochen und die kaiserliche Herrschaft war wiederhergestellt worden. Als in diesen Jahren (1876) sogar den Samurai das Tragen von Schwertern verboten wurde, bedeutete dies auch den Niedergang der Kriegskünste. Viele Ju-Jitsu-Meister hatten neue Betätigungen zu suchen.

 

Bis zu seinem 18. Lebensjahr war Jigoro Kano von schwächlicher Gestalt. Er wurde oft von stärkeren Kameraden eingeschüchtert und geschlagen. In der Folge entschloss er sich, wie auch immer, alles zu unternehmen, um stark und kräftig zu werden. Daher wollte er Ju-Jitsu erlernen. Während dieser Zeit war es allerdings nicht gerade leicht, einen qualifizierten Lehrer zu finden. Schließlich traf er Teinosuke Yagi, welcher ihm gewisse Grundbegriffe dieser Kunst beibrachte. Daraufhin begann Jigoro Kano an zwei Ju-Jitsu-Schulen zu trainieren. 1877 nahm er bei Meister Fukuda Hachinosuke das Ju-Jitsu-Training der "Tenjin-shinyo-Ryu" auf, bei welchem er sich vorwiegend für Atemi-Waza und Katame-Waza interessierte. Später (1881) begann er das Ju-Jitsu der "Kito-Ryu", unter Meister likubo Tsunetoshi zu studieren, welches für Nage-Waza berühmt war.

 

Seine unermüdliche Energie befähigte ihn, in die tieferen Geheimnisse der beiden Schulen einzudringen. Dabei lernte er auch Techniken anderer Schulen kennen, suchte weitere Lehrer auf und beschäftigte sich mit dem Studium der "Densho" den geheimen schriftlichen Aufzeichnungen über die Kriegskünste. Beim Zusammenlegen aller Vorzüge der besten Techniken dieser verschiedenen Schulen, sowie durch Hinzufügen eigener Ideen, kam er zur Schaffung eines neuen Systems, das sowohl zum körperlichen und geistigen Training, wie auch zum Durchführen von Wettkämpfen geeignet war. Kano-Shihan (Shihan = Meister) nannte dieses System «KODOKAN-JUDO». Er selbst sagte: "Was ich lehre, ist nicht bloss Jitsu - Kunst oder Technik. Natürlich lehre ich Ju-Jitsu, - aber es ist «DO» (Weg oder Prinzip) worauf ich besonderen Wert legen möchte!". Aus diesem Grund entlehnte er den Begriff "Ju-Do" von einer einzigen Schule, bei der er gebraucht wurde, der "Jikishin-Ryu". Um sein System nun von der Jikishin-Ryu zu unterscheiden, nannte er es KODOKAN-JUDO, Judo welches im Kodokan gelehrt wird. (Kodokan = Halle zum Studium des „Weges").

 

Im Alter von 22 Jahren bezieht er im Mai 1882 sein erstes Dojo im Eisho-Tempel (12 Tatami!). Dies bedeutete die Gründung des Kodokan. Zu seinen ersten Schülern gehörten Tomita Tsunejiro, Higuchi Seiko, Arima Junshin, Saigo Shiro u.a. Gleichzeitig wurde J. Kano Dozent an der Gakushuin-Schule, der Schule für adelige in Tokyo.

 

 

Die folgenden Jahre verliefen sehr turbulent. Oft wurden seine Schüler von anderen (noch bestehenden) Ju-Jitsu-Ryu zum Kampf herausgefordert. Doch jedesmal konnte Kano-Shihan die Überlegenheit seines Systems beweisen. Zwei seiner Schüler waren besonders gefürchtet: Saigo Shiro (in Novellen besser bekannt als Sugata Sanshiro) mit seiner Spezialtechnik "Yama-arashi" und Yokoyama Sakujiro, bekannt als "Teufel" Yokoyama.

 

1909 wird Kano-Shihan Mitglied des Internationalen Olympischen Comités.

 

Dank steigender Popularität des Judo (und damit verbundenem grösseren Platzbedarf) musste der Kodokan insgesamt siebenmal umziehen, bis im Dezember 1919 ein grosses Dojo mit 514 Tatami bezogen werden konnte. 1930 fanden die 1. Alljapanischen Judo Meisterschaften statt.

 

Am 4. Mai 1938 erlag Kano-Shihan einer Lungenentzündung an Bord des japanischen Schiffes Hikawa-Maru auf dem Rückweg von Kairo, wo er an einer Konferenz des IOC teilgenommen hatte.

 

Jigoro Kano machte immer wieder auf den ausgeprägten moralischen und erzieherischen Wert seiner Kunst aufmerksam. So formulierte er auch seine Gedanken zu folgenden Leitmotiven im Judo "Sei Ryoku Zen 'Yo" und "Jita Kyoei": "Wende Deine Energie zum Guten" und "Wohlergehen für alle".

 

 

 

 

 

Jigoro Kano, der Gründer des Judo

 

 



 

Judo-Wörterbuch

 

Vorbemerkungen:

 

Die Judo-Fachworte stammen aus der japanischen Sprache und bieten eine internationale Verständigungsmöglichkeit für alle Judoka. Die japanischen Fachausdrücke haben sich daher seit Jahrzehnten als allgemeine Bezeichnungen für die verschiedenen Judotechniken bewährt. Nachdem man schon eine Judotechnik richtig erlernt hat, sollte man daher auch die kleine Mühe auf sich nehmen, die japanische Bezeichnung gleich mitzulernen. Spätestens als Danträger sollte man sich ohnehin in der japanischen "Judofachsprache" auskennen.
Die japanische Schrift nutzt aus dem Chinesischen genommene Wortsymbole und zusätzlich graphisch einfachere Zeichen für Hilf- oder Erleichterungsworte. Zudem wurde für Ausländer eine einheitliche Umschreibung der Lautwerte mit lateinischen Buchstaben geschaffen. Diese wird in der Judoliteratur benutzt.

 


 

Eine kleine Liste mit Fehlern die im Deutschen immer wieder gemacht werden:

 

..... es gibt keine Groß-Klein-Schreibung im Japanischen.

 

..... im japanischen wird das Ende des Wortes leicht betont, aber nicht der Anfang

man spricht z.B. gata-me nicht ga-ta-me.

 

..... außerdem ist die Betonung fast nicht hörbar (melodisch statt rhytmisch wie im

Deutschen) man sollte versuchen so gleichmäßig wie möglich zu sprechen.

 

..... es gibt keine Mehrzahlbildung durch Anhängen eines 's man spricht die Judoka,

nicht die Judoka's.

 

..... ein K, H am Anfang eines Wortes wird in einer Wortverbindung zum G, B

es heißt Koshi ( die Hüfte ), aber auch Uki - Goshi ( die schwebende Hüfte ).

 

..... es gibt fast keine direkte Zusammensetzung von Worten wenn man also Berg und See

zusammenschreibt, so kommt nicht Bergsee heraus, darum immer die Wörter auseinander schreiben.

 


 

Die Aussprache von Buchstaben im Japanischen:

 

ai (tai)

Gesprochen wie ei (tei)

ch (uchi)

Gesprochen wie tsch (utschi)

e (nage)

Gesprochen wie ee, gedehnt (nagee)

ei (hantai)

Gesprochen wie ee (hantee)

g (nage)

innerhalb eines Wortes gesprochen mit leicht nasal anklingendem n (nangee)

ou (outen-jime, shi-hou-gatame)

spricht man wie ein langes o

j (judo)

oft mit leicht anklingendem d gesprochen, stimmhaft (djudo)

s (soto)

gesprochen mit scharfem s (szoto)

sh (ashi)

wie sch gesprochen, stimmlos (aschi)

w (waza)

Gesprochen wie kurzes u (Uasa)

y (yuko)

am Silbenanfang gesprochen wie j (juko)

z (waza)

gesprochen mit weichem s (uasa)

ai, ei, oi (seoi)

Mit Betonung jedes einzelnen Vokales a- i, e-i, o-i (se-o-i)

an, en (dan)

Gesprochen kurz wie ann, enn (dann)

 

 


 

Die japanischen Zahlen:

ichi      

1

ni        

2

san      

3

shi       

4

go       

5

roku     

6

shichi  

7

hachi

8

kyu      

9

ju

10

 



Wörterbuch:

A

 

age

nach oben heben, anheben

ago

Kinn

aida

Abstand, Distanz

aiki

Eine Art der Selbstverteidigung mit speziellen Prinzipien (wörtl. „Harmonie des Geistes“)

aikido

Der Weg des aiki

aite

Gegner, Partner

arashi

Gewitter, Sturm

ashi

Fuß, Bein

ashi–waza

Fußwürfe

atama

Haupt, Kopf

ate

Schlag, treffen

atemi-waza

Schlagtechniken

awasete

Zusammengenommen

ayumi–ashi

eine Art zu Gehen, bei der ein Fuß vor den anderen gesetzt wird

B

 

barai

Fegen

basami

Schere

bu

Krieger

budo

Komplex der Kampfkünste in Japan

bushido

Ehrenkodex der Samurai, Ritterlichkeit

butsukari

gegenstoßen, permanenter Angriff

C

 

cesa

Setzt euch!

chikara

Kraft, Stärke

chitsai

Klein

chugairi

Salto, Rolle vorwärts

chui

Bestrafung, entspricht yoku

chusen

losen 

D

 

dachi               

Stellung, Position

daki     

greifen, umarmen

dan

Meistergrad

dashi   

hinaustun, beginnen

de

vorwärts, vorstellen

do

a) Weg, Pfad usw. Dies Wort wurde in der Chinesischen und in der Japanischen Philosophie benutzt im Sinne von einer Handlung im moralischen und ethischen Sinne wie auch im einfachen physischen Sinne. Prof. Kano borgte sich dies Wort aus dieser Quelle.
b) Rumpf des Körpers.

dojime 

Beinschere

dojo

Ort zum Begreifen des Weges, Judohalle

E

 

ebi

Languste

eri

Kragen

F

 

fumi

treten, aufstampfen

fumikomi

hinaustreten, eindrehen

furi       

ungünstig, schütteln

fusegi  

Verteidigung, Abwehr

fusen-gachi           

Sieg durch Nichtantreten des Gegners

G

 

gachi

Sieg

gaeshi

Gegenangriff

gake

einhängen, haken

gan      

Augen

ganmen

Gesicht

garami

gebeugt, gedreht

gari

Sichel, belastetes Bein wegziehen

gatame

unbeweglich machen, festhalten

gatame-waza

Schlüsselgrifftechniken

geiko

Übung

genki

Energetisch, lebhaft, aktiv

giaku

Umgekehrt

gokyu

die 40 Grundwürfe des Kodokan

gonokata

Arten der Stärke

gonosen

Kontern

goshinjitsu

Die Kunst der Selbstverteidigung (in allen ihren Formen).

goshi

Hüfte

goshin 

Selbstverteidigung

guruma

Rad

gyaku

Umgekehrt

H

 

ha

Flügel

hadaka

frei, nackt, Nacken

hairikata

Die Art, in eine Technik einzusteigen, sie zu beginnen.

hajime

Beginnt !

hakkoryu

eine dem Aikido verwandte Jujutsu Schule

hando  

Reaktion

hane

Flügel, Feder, auch Sprung

hansoku-make

schwere Bestrafung ( sofortiger Kampfabbruch )

hantei  

Kampfrichterentscheid

happo-no-kuzushi

Gleichgewichtbrechen in 8 Richtungen

hara

Körpermitte

harai

fegen, mähen

harakiri

 Siehe à seppuku

henka-waza

veränderte Technik

hidari

Links

hiki

Ziehen

hikiwake

unentschieden

hikkomi

in die Bodenlage ziehen

hikkomi–gaeshi

erlaubte, aber nicht bewertete Übergänge zur Bodenlage

hishigi

Hebel

hiza

Knie

hizi      

Ellenbogen

hon

Wurzel, Basis, Grundform

hon–kesa–gatame

Schärpen-Haltegriff

hon-tai 

normale, aufrechte Körperhaltung

I

 

idori

Sitzend, (im knien auszuführende Technik)

ippon

Punkt, Kampfwertung mit Sieg

ippon-seoi-nage

Punktschulterwurf, Schulterwurf an einem Arm

iri        

einsteigen

itsutsunokata

Form der Fünf.

J

 

jigo

Verteidigung, Abwehr

jigotai

Verteidigungshaltung ( Beine mehr als Schulterbreit )

jime

Würgen

jikan    

Zeit

jita kyoyei

Das Prinzip, dass der Fortschritt des Einzelnen die Gesellschaft als Ganzes verbessert. Gegenseitige Hilfe für den Wechselseitigen Fortschritt

jitsu     

Technik, Griff, Kunst, List

jo        

Platz, Stelle, Ort

joseki  

Lehrerplatz, oberer Sitz

ju (jiu)

Nachgeben, sanft, ausweichen. Das Wort kommt aus der taoistischen Philosophie und verkörpert den Gegensatz zu hart, extrem und der Vernunft unzugänglich. Daher bezeichnet die Benutzung der Bezeichnung ju nicht sanft im Sinne von leicht, sondern eher im Sinne von vernünftig und effizient. Physische Aktion beim Judo ist weniger „leicht“ im Sinne von schwach, als ökonomisch, indem der Körper effizient genutzt wird und aktiv Vorteil aus allen Schwächen des Gegners gezogen wird, die man erkennt, so dass bei effizientem Einsatz der maximale Effekt erreicht wird.

judo

Eine Art des Ringens, bei der die Kämpfer Kleidung tragen. Die Kleidung und der Gürtel (der die Taille zweimal umschlingt) erlauben mehr Techniken. Die Kunst des judo bei der Nutzung von tachi waza (Standtechniken) und ne waza (Bodentechniken) erfordert Geschick, physische und mentale Stabilität (Fitness), die auf einen immer höheren Level gehoben werden. Bei den Gürtelprüfungen werden keine Zugeständnisse an Größe oder Gewicht gemacht, der Erfolg hängt einzig und allein vom Einsatz des Individuums ab.

judogi

Judoanzug

judoka

Judokämpfer

Juji

Kreuz

juji gatame

Kreuzhebel

ju-jitsu

Technik der Sanftheit, klassisches Selbstverteidigungssystem

junokata

Die Form der “Sanftheit” zeigt die Prinzipien des Nachgebens.

Jushin

Schwerpunkt

Jutsu

Kunst, Meisterschaft

K

 

kachi

(-gachi)

Sieg, gewinnen

kaeshi

(-gaeshi)

Gegenwurf, kontern

kaeshi-waza

Gegenwürfe, Kontertechnik

kagami

Vorbild, Spiegel

kagato

Hacken, Ferse

kai (kwai)

Gesellschaft, Klub

kaisetsu           

Kommentar, Lehrsystem

kakae  

tragen, heben

kakari-geiko

spezieller Übungskampf gegen mehrere Gegner

kake

Wurfausführung

kaku (gaku)

Ein Winkel

kami

oberhalb, obenauf, vom Kopf her

kami-shiho-gatame

Kopfvierer, vom Kopf unter den Armen in den Gürtel greifen und vier Punkte kontrollieren

kamiza

Ehrenplatz, Sitz der Götter

kan      

Kälte

kani     

Krebs

kannuki

Quer

kansetsu

Gelenk

kansetsu – waza

Gelenkhebel

kao

Gesicht

karate

(wörtl. “mit leeren Händen”) ein System ohne Waffen zu kämpfen, indem mit Händen, Füßen, Ellenbogen u.s.w. zugeschlagen wird.

karatedo

Der „Weg“ des Karate

kashira

(-gashira)

Haupt, Kopf, oben

kata

a) Form. Eine stilisierte Gruppe von Techniken, die genutzt werden, um des Übenden Haltung, Balance und Verständnisder verschiedenen Judotechniken zu schulen.
b) Eine Seite
c) Schulter (z.B. kata-guruma = Schulter-Rad)

kata – ha

ein Flügel, Körperseite

katai

Hart

katame

(-gatame)

unbeweglich machen

katame-waza

Grifftechnik

katate  

eine Hand, einhändig

ke       

Haare

keiko (-geiko)

Training, Übung, Übungsform

keikoku

Bestrafung : entspricht Waza - Ari

kempo

System der Zweikampfsportarten

ken

Schwert

kendo

Der “Weg” des Schwertes (japanisches zweihändiges Fechten)

kenka

Streit

kenka yotsu

gegengleiche Auslage(z.B. Rechts - gegen Linkskämpfer)

ken-ken

springen, nachhüpfen

kensui 

sich anhängen

keri (-geri)

mit dem Fuß stoßen, treten, kicken

kesa (-gesa)

Die Kleidung (Chorrock) eines Buddhistischen Mönches, die diagonal um den Körper gewickelt getragen wird. Daher auch der Name der Technik kesagatame, die in freier Übersetzung als „Schulterschärpe“ bekannt ist.

ki

Psychische Energie, die angeblich im saikatanden (unterer Bereich des Abdiomens) zentriert ist.

kiai      

Kampfschrei

kiken   

Aufgabe

kiken-gachi           

Sieg durch Aufgabe des Gegners

kime    

Grundlage, Fundament , bestimmen, beeinflussen, entschlossen

kimenokata

Form der Entscheidung, eine Kata des Selbstschutzes

kimono

Jacke

kinsa   

niedrigstes technisches Resultat

kirezu  

Erhebt euch!

kiri       

schneiden, spalten

ko

a) klein, gering
b) alt
c) Studien, Vorlesung, Nachdenken.

kodokan

Das “Judo – Hauptquartier” in Japan (Tokyo), gegründet von Jigoro Kano

kobushi

Faust

kogan  

Geschlechtsteile, Hoden

kogo    

abwechselnd, gegenseitig, alternativ

koka

Bewertung, kleiner technischer Vorteil

komi

Innen

koshi (-goshi)

Hüfte

koshi-waza

Hüfttechniken

koshi-guruma

Hüftwurf, über die Hüfte ein Rad schlagen lassen

ko-soto-gake

kleines äußeres einhängen

ko-uchi-barai

kleines fegen von innen

ko-uchi-gari

kleine Innensichel

koshiki 

alt, der alte Stil

kote     

Außenseite, der Hand, Elle

koten   

alte Lehre, Klassiker

kuatsu (kwatsu)           

Wiederbelebungstechnik

kubi     

Kopf, Nacken, Genick

kuki     

Luft

kumi

nehmen, ergreifen

kumi – kata

die Art, den Judogi zu fassen

kuruma

(-guruma)

a) Rad (z.B. oguruma = Großes Rad)
b) Wagen

kuzure

Abart, Variante

kuzushi

Wurfvorbereitung, Anriß, gebrochene Balance

kyo

Gruppe, Stufe, Schülergrad

kyu      

Stufe, Schülergrad

M

 

ma

Gerade

mae

Vorwärts

mae-ukemi

vorwärts Fallen

maitta

"Ich gebe auf"

maki

rollen, drehen

maki-komi

hineindrehen und mitfallen

makura

Kissen, Kopfkissen

ma-sutemi-waza