Volleyball

 

Die Spielregeln


Spielcharakteristik

Volleyball wird von zwei Mannschaften auf einem Spielfeld gespielt, das durch ein Netz in zwei Felder geteilt ist (siehe Platzausmaße). Ziel ist es, den Ball so über das Netz zu bewegen, dass er das gegnerische Spielfeld berührt. Dazu darf die Mannschaft den Ball drei Mal berühren (zusätzlich zum Blockkontakt). Der Ball wird durch einen Aufschlag ins Spiel gebracht, bei dem der Aufschläger den Ball über das Netz zum Gegner schlägt. Jeder Ballwechsel dauert so lange, bis der Ball das Spielfeld berührt, out geht oder von einer Mannschaft nicht regelgemäß zurückgespielt wird. Für einen gewonnenen Ballwechsel erhält die Mannschaft einen Punkt. Hat die annehmende Mannschaft den Ballwechsel gewonnen, erhält sie zusätzlich das Aufschlagrecht und ihre Spieler bewegen sich im Uhrzeigersinn um eine Position weiter. Die Positionen sind nummeriert (von der Grundlinie aus gesehen): 1 (hinten rechts), 2 (vorne rechts), 3 (vorne Mitte), 4 (vorne links), 5 (hinten links), 6 (hinten Mitte); Position 1 wechselt auf Position 6, 6 auf 5 usw.

Spielgerät ist ein luftgefüllter, weicher Lederball, welcher 65 bis 67 Zentimeter Umfang hat und 260 bis 280 Gramm wiegt.   


Balltechniken

Pritschen (Oberes Zuspiel): beidhändiges, weiches Berühren des Balls mit den Fingern. Wird als Zuspiel zum eigenen Mann zur Vorbereitung des Schmetterballs benutzt.
Baggern (Unteres Zuspiel): beidarmiges Unterarmspiel, bei dem möglichst die Innenseiten der Unterarme gleichzeitig den Ball treffen sollen. Es dient zur Abwehr und Ballannahme.
Schmettern (Schlagen): einarmiges Schlagen des Balls mit fixierter, gestreckter Hand und geschlossenen Fingern aus dem Sprung heraus; wird mit großer Kraft ausgeführt, so dass der Gegner möglichst keine Chance zur Abwehr hat. Der angreifende Spieler darf dabei weder das Netz berühren, noch die unter dem Netz befindliche Linie in vollem Umfang übertreten.
Blocken: Entgegenstrecken beider Arme über Netzkantenhöhe, um einen gegnerischen Schmetterball abzuwehren. Dabei ist ein leichtes Übergreifen am Netz erlaubt. Beim Block versuchen die Netzspieler wahlweise allein, zu zweit oder zu dritt den ankommenden Ball gleich am Netz abzublocken und ins gegnerische Feld zurückzuspielen.
Aufschlag (Service): Beim Aufschlag wird der Ball, nachdem er in die Höhe geworfen wurde, mit der Hand oder dem Arm geschlagen. Beim Aufschlag darf das Spielfeld nicht berührt werden (inkl. Grundlinie). Wer zum Aufschlag springt, darf im Spielfeld landen, wenn er vor der Landung geschlagen hat. Der Aufschlag wird immer von Position 1 ausgeführt.


Spielregeln (Auszug aus den Internationalen Volleyball-Spielregeln):

Zählweise
Seit dem 1. Jänner 1999 gibt es eine neue Zählweise - das so genannte Rally-Point-System. Danach gilt in allen Wettbewerben des internationalen Volleyballverbandes, dass bei einem Fehler einer Mannschaft die andere einen Punkt erhält und das Aufschlagrecht, wenn sie es nicht hatte. Wenn zwei Fehler hintereinander gemacht werden, wird nur der erste berücksichtigt. Wenn beide Mannschaften gleichzeitig einen Fehler machen, gilt das als Doppelfehler: der Ballwechsel wird wiederholt.

Fehler sind:
- Der Ball berührt den Boden oder wird außerhalb des Spielfeldes befördert.
- Der Ball wird unkorrekt gespielt.
- Der Ball wird mit mehr als drei Berührungen über das Netz gespielt.
- Der Ball wird vom gleichen Spieler zweimal hintereinander gespielt.
- Ein Spieler berührt das Netz oder betritt das gegnerische Spielfeld.
- Das Service geht ins Netz oder landet im Aus. Kein Fehler wenn der Ball beim Service das Netz berührt.

Für einen Satzgewinn benötigt man statt 15 jetzt 25 Punkte, wobei zwei Punkte Vorsprung gewährleistet sein müssen. Drei Gewinnsätze sind zum Sieg erforderlich. Kommt es zwischen zwei Mannschaften zu einem fünften Satz, so wird dieser wie bisher nur bis 15 gespielt. Dabei erfolgt ein Seitenwechsel nach acht Punkten für die führende Mannschaft.

Spielzustände
Der Ball ist im Spiel, sobald er nach Anpfiff durch den Schiedsrichter aufgeschlagen wurde. Der Ball ist außer Spiel bei einem Fehler oder Abpfiff. Ein Ball ist in, wenn er das Spielfeld oder die Begrenzungslinien berührt.
Ein Ball ist out, wenn er: außerhalb des Spielfelds oder der Begrenzungslinien den Boden berührt (entscheidend ist der Teil des Balles, der den Boden berührt; ist dieser Teil außerhalb der Linie, ist der Ball out, auch wenn sich ein Teil des Balls über der Linie befindet); er einen Gegenstand außerhalb des Spielfelds, den Plafond oder eine nicht am Spiel teilnehmende Person berührt; er die Antennen, die Seile, die Pfosten oder das Netz außerhalb der Seitenbänder berührt; er außerhalb des Netzraums (Antennen) übers Netz geht; unterm Netz durchgeht.

Spielen des Balles
Jede Mannschaft darf auf ihrem Spielfeld und in der Freizone spielen. Sie darf ihn drei Mal berühren (zusätzlich zum Blockkontakt), bevor der Ball zurückgespielt wird. Wird er öfter gespielt, gilt das als Four Hits Fehler. Auch unabsichtliche Berührungen werden gezählt. Ein Spieler darf den Ball nicht zwei Mal hintereinander berühren (ausgenommen Blockkontakt) - Double Contact Fehler. Berühren mehrere Spieler den Ball gleichzeitig, werden die Berührungen der Spieler auch mehrfach gezählt.
Ein Spieler, der versucht, einen Ball zu spielen, darf keine Unterstützung durch andere oder Gegenstände erhalten (Assisted Hit Fehler).
Der Ball darf jeden Teil des Körpers berühren (Ausnahme: Service). Er darf allerdings nicht gefangen oder geworfen werden. (Catch Fehler).

Der Ball und das Netz
Der Ball muss das Netz im Bereich zwischen Netz, den Antennen (und ihrer Verlängerung) sowie der Decke überqueren. Hat der Ball das Netz seitlich außerhalb dieses Bereichs in die gegnerische Freizone überquert, darf er von der eigenen Mannschaft von dort zurückgespielt werden, wenn er wieder zumindest teilweise seitlich außerhalb des Überquerungsbereichs zurückgespielt wird.
Der Ball darf das Netz berühren.
Ein Ball, der im Netz landet, darf (im Rahmen der maximalen Berührungsanzahl) weitergespielt werden.

Spieler am Netz
Beim Blocken darf ein Spieler übers Netz greifen, wenn er dadurch den Gegner nicht behindert. Nach einem Angriffsschlag darf die Hand das Netz übergreifen, wenn der Schlag noch im eigenen Feld gemacht wurde.
Unterhalb des Netzes darf man in den gegnerischen Raum greifen, wenn man damit niemanden behindert.
Das Betreten des gegnerischen Feldes mit dem Fuß ist erlaubt, wenn sich ein Teil des Fußes auf oder über der Mittellinie befindet(Projektion). Andere Körperteile sind verboten
Netzberührung ist nur dann ein Fehler, wenn sie beim Spielen eines Balles passiert oder den Spielablauf stört. Wenn ein Ball im Netz landet und dadurch das Netz einen Gegner berührt, gilt das nicht als Fehler.
Pfosten und Seile dürfen berührt werden, nachdem ein Ball geschlagen wurde.
Als Fehler am Netz gilt: wenn ein Spieler den Ball oder einen Gegner im gegnerischen Raum vor dem Angriffsschlag berührt; ein Spieler im gegnerischen Raum einen Gegner behindert; ein Spieler das gegnerische Spielfeld regelwidrig berührt; ein Spieler Netz oder Antennen beim Spielen des Balles (oder dem entsprechenden Versuch) berührt.

Aufschlag
Im ersten und fünften Satz entscheidet das Los über den ersten Aufschlag im Satz. In den anderen Sätzen schlägt die Mannschaft als erste auf, die im vorhergegangenen Satz nicht als erste aufgeschlagen hat.
Der Aufschlag muss vom ersten Schiedsrichter angepfiffen werden, nachdem beide Mannschaften bereit sind. Der Spieler muss innerhalb von acht Sekunden nach Anpfiff aufschlagen.
Beim Aufschlag wird der Ball, nachdem er in die Höhe geworfen wurde, mit der Hand oder dem Arm geschlagen. Beim Aufschlag darf das Spielfeld nicht berührt werden (inkl. Grundlinie). Wer zum Aufschlag springt, darf im Spielfeld landen, wenn er vor der Landung geschlagen hat.
Die Spieler der aufschlagenden Mannschaft dürfen die Sicht der annehmenden Mannschaft auf den Aufschläger nicht behindern, zum Beispiel durch Winken, Hüpfen usw.
Als Fehler während des Aufschlags gelten: falsche Service-Reihenfolge. Als Service-Fehler nach dem Schlag gelten: der Ball berührt einen Spieler der aufschlagenden Mannschaft oder er wird nicht ins gegnerische Spielfeld gespielt oder er geht ins Out. Eine Netzberührung des Balles an sich ist kein Fehler.

Angriffsschlag
Als Angriffsschlag gelten Schläge, die den Ball übers Netz zum Gegner befördern sollen.
Spieler der zweiten Reihe (auch Libero) dürfen Angriffschläge nur aus dem Bereich hinter der Drei-Meter-Linie durchführen, wenn sich der Ball zum Zeitpunkt des Schlags vollständig über Netzhöhe befindet. In der Angriffszone dürfen Spieler der zweiten Reihe nur dann angreifen, wenn sich der Ball zumindest teilweise unter Netzhöhe befindet. Kein Spieler darf einen Angriffschlag durchführen, wenn der Ball als Service übers Netz kommt und sich über der Angriffszone und vollständig über der Netzhöhe befindet.
   


Block
Als Block gilt, die Hände über Netzhöhe zu halten, um einen Angriffschlag des Gegners abzuwehren. Beim Block darf übers Netz gegriffen werden, wenn damit der Gegner nicht behindert wird und der Gegner tatsächlich einen Angriffschlag durchführt. Blockkontakte zählen nicht zu den maximal erlaubten Ballkontakten dazu. Der blockende Spieler kann den Ball danach gleich noch einmal berühren.
Es gilt als Fehler, wenn der Blocker den Ball im gegnerischen Raum vor oder gleichzeitig mit dem Angriffsschlag berührt. Spieler der zweiten Reihe (sowie Libero) dürfen nicht blocken. Ein Service darf nicht geblockt werden. Es darf nicht außerhalb der Antennen geblockt werden.

Reguläre Unterbrechungen
sind Auszeiten und Spielerwechsel. Jedes Team hat Anspruch auf zwei Auszeiten und sechs Spielerwechsel pro Satz. Auszeiten dauernd 30 Sekunden. Reguläre Unterbrechungen werden vom Kapitän durch entsprechendes Handzeichen beantragt. Mehrere Auszeiten sowie ein Spielerwechsel können direkt hintereinander genommen werden. Bei einem Wechsel können mehrere Spieler gleichzeitig ausgewechselt werden.
Sonderregel bei Satz 1 bis 4 in offiziellen Bewerben: Auszeiten dauern sechzig Sekunden, und es gibt zusätzlich zwei technische Auszeiten, nämlich wenn eine Mannschaft zum ersten Mal acht sowie sechzehn Punkte erreicht. In solchen Bewerben darf jedes Team nur eine Auszeit pro Satz nehmen.





last update: 20.10.2002